Stella Timenova wurde in Plovdiv, Bulgarien, in eine Musikerfamilie geboren. Mit acht Jahren gab sie ihr erstes Klavierrezital, mit vierzehn Jahren debütierte sie als Solistin mit Orchester. Ihre Ausbildung begann an der Nationalen Musikschule „Dobrin Petkov“ in Plovdiv bei Stella Oslekova. Anschließend studierte sie an der Nationalen Musikakademie „Pancho Vladigerov“ in Sofia bei Prof. Stella Dimitrova-Maistorova und schloss ihr Studium mit einem Master of Performing Arts mit Auszeichnung ab. 2005 führte sie ein Stipendium der Schweizerischen Eidgenossenschaft an die Hochschule der Künste Bern in die Klasse von Rada Petkova. Dort erwarb sie einen weiteren Master of Arts mit höchster Auszeichnung (summa cum laude). Ihr Interesse an zeitgenössischer Musik vertiefte sie an der Hochschule für Musik Luzern mit einem Certificate of Advanced Studies in Neue Musik bei Gilles Grimaître. Ihre künstlerische Entwicklung wurde durch Meisterkurse und individuelle Studien bei renommierten Pianistinnen und Pianisten sowie Musikerpersönlichkeiten verschiedener Fachrichtungen geprägt, darunter Alexei Nasedkin, Sergej Markarov, Piotr Anderszewski, Christoph Berner, György Nádor, Germaine Mounier, Éric Heidsieck, Gérard Wyss und Sergio Azzolini. Weitere Impulse erhielt sie in historischer Aufführungspraxis, Neuer Improvisationsmusik und szenischer Arbeit.

Konzerttätigkeit

Als Solistin und Kammermusikerin konzertierte Stella Timenova in Bulgarien, der Schweiz, Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich, Ungarn, der Türkei, Nordmazedonien und der Slowakei. Sie wurde zu internationalen Festivals und Konzertreihen eingeladen, darunter Biennale Bern, Internationales Seiler Klavierfestival Kitzingen, Stagione Concertistica Rovigo, ppianissimo – Internationales Festival für zeitgenössische Musik Sofia, Mostly Mozart Bern, Varna Summer, I concerti al Gianicolo Rom, CRR International Piano Festival Istanbul, Brahms Festival Wiesbaden, ArtStadtBern, Apollonia Sozopol und 88 Tasti Brugherio. Als Solistin trat sie unter anderem mit dem Sinfonieorchester Basel, der Philharmonie Plovdiv, der Philharmonie Ruse, dem Sinfonieorchester Shumen, der Sinfonietta Plovdiv, dem Sinfonieorchester Pazardzhik und dem Akademischen Sinfonieorchester Sofia auf. Zu den Dirigenten, mit denen sie zusammenarbeitete, gehören Daniel Klajner, Manuel Nawri, Andreas Spörri, Hervé Grélat und Andrew Dunscombe. Ihre künstlerische Tätigkeit ist zudem durch zahlreiche Rundfunk- und Fernsehaufnahmen für den Bulgarischen Nationalen Hörfunk, das Bulgarische Nationale Fernsehen und Classic FM Radio Bulgarien dokumentiert. 

Kammermusik

Ein wichtiger Teil ihrer künstlerischen Arbeit ist die Kammermusik. Sie arbeitete mit Musikerinnen und Musikern aus führenden europäischen Ensembles und Orchestern zusammen, darunter Corina Belcea, Wally Hase, Stéphane Réty, Aldo Baerten, Céline Moinet, Carl Hieger und Yuki Kasai. Ihre kammermusikalische Tätigkeit verbindet sie mit einem breiten Repertoire von der klassischen Tradition bis zur Musik des 20. und 21. Jahrhunderts.

Zeitgenössische Musik

Ein besonderer Schwerpunkt ihrer künstlerischen Arbeit liegt auf der zeitgenössischen Musik. Stella Timenova wirkte bei Uraufführungen von Werken von Ivelin Dimitrov, Massimo Graziato, Volodymyr Runchak und Valter Borin mit. Der Komponist Bojidar Abraschev widmete ihr seine Klaviersonate Nr. 3. 2022 erschien bei Da Vinci Classics die CD Phos – La via della luce von Valter Borin, die Stella Timenova gemeinsam mit der Sopranistin Stefanna Kybalova einspielte.

Auszeichnungen und Stipendien

Stella Timenova erhielt Preise bei nationalen und internationalen Wettbewerben, darunter Phos – Opera Discovery Milano, Odd Fellows Bern, Nikola Stefanov Sofia, Pancho Vladigerov Shumen, Seiler Sofia, Albert Roussel Sofia und Yamaha-Europe Sofia. Ihre künstlerische Arbeit wurde durch Stipendien und Förderungen unter anderem der Schweizerischen Richard-Wagner-Gesellschaft, der Guth-Dreyfuss Stiftung, des St. Albanstifts, der Heidy und Heinrich Bebié-von Gunten-Stiftung, der B'nai B'rith-Stiftung und der Future for Bulgaria Foundation unterstützt.

Stella Timenova ist Mitgründerin des Stella-Oslekova-Wettbewerbs für junge Pianistinnen und Pianisten und ist als Jurorin tätig.

Künstlerische Arbeit heute

Heute verbindet Stella Timenova ihre langjährige Erfahrung als Solistin und Kammermusikerin mit der Entwicklung eigenständiger, dramaturgisch konzipierter Konzertprogramme. Im Mittelpunkt stehen dabei die Verbindung des klassischen Repertoires mit der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts, zeitgenössische Werke und die Suche nach neuen Formen des musikalischen Dialogs.